02602 Die ISO 56008

Das Ziel dieses Beitrags ist es darzulegen, wie die ISO 56008 Unternehmen dabei unterstützen kann, Werkzeuge und Methoden zur Messung von Innovationsabläufen anzuwenden. Dazu enthält die Norm eine Vielzahl von Indikatoren und Metriken.
Arbeitshilfen:
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1 Die ISO 56008 als Leitfaden zur Messung von Innovationsabläufen

Angaben zur aktuellen Ausgabe
Die Norm trägt den Titel: DIN EN ISO 56008:2025-03 Innovationsmanagement – Werkzeuge und Methoden für die Messung der Durchführung der Innovationsabläufe – Leitfaden. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist im Deutschen auch die Bezeichnung ISO 56008 üblich – so auch in diesem Werk. Die aktuelle Ausgabe der Norm liegt in deutscher Fassung und in englischer Übersetzung vor.
Zweck der Norm
Die ISO 56008, die als Leitfaden konzipiert ist, unterstützt Unternehmen bei der Planung und Einbindung von Messungen in das Management ihrer Innovationsabläufe. [1] Sie hilft ihnen dabei Messungen zu verstehen, zu entwerfen, umzusetzen und auf der Grundlage von Messergebnissen Maßnahmen zu ergreifen. Die Norm enthält Beispiele für Messungen in Innovationsabläufen sowie Indikatoren und Metriken, schreibt jedoch keine spezifischen vor.
Struktur der Norm
Die ISO 56008 besteht aus neun Hauptabschnitten und fünf Anhängen, in denen Beispiele und Optionen zu spezifischen Aspekten bei der Messung von Innovationsabläufen aufgeführt und erläutert werden. Die Leitlinien der Norm werden in den folgenden Hauptabschnitten dargelegt (s. Abschn. 8):
Abschnitt 4 beschreibt die Grundlagen zur Messung von Innovationsabläufen. Er geht auf die Grundsätze des Innovationsmanagements, auf den Prozess zur Messung von Innovationsabläufen und auf die Rahmenbedingungen, Indikatoren und Metriken zur Messung von Innovationsabläufen ein.
Abschnitt 5 befasst sich mit konkreten Messungen der Innovationsabläufe und berücksichtigt dabei Aspekte wie den Kontext, die Führung, die Unternehmenskultur und die Einführung von Innovationsinitiativen.
Gegenstand von Abschnitt 6 sind Messungen von Innovationsprozessen. Diese beziehen sich auf die Ermittlung von Innovationschancen, die Erstellung von Innovationskonzepten, die Konzeptvalidierung sowie die Entwicklung und Anwendung von Innovationslösungen.
Abschnitt 7 behandelt die Messung von Innovationsinitiativen. Diese sind auf die Vorbereitung, die Konzeptvalidierung, die Lösungsentwicklung und -anwendung sowie die Resultate von Innovationsinitiativen gerichtet.
Abschnitt 8 geht auf Messungen von Innovationsportfolios ein, insbesondere auf die Auswahl einer ausgewogenen Innovationsportfoliomessreihe und auf die Analyse von Innovationsportfolioelementen.
Im Fokus von Abschnitt 9 stehen die Bewertung und die Verbesserung von Messungen der Innovationsabläufe.
Nutzen der Norm
Die Umsetzung eines systematischen Ansatzes zur Messung von Innovationsabläufen bringt gemäß ISO 56008 u. a. folgenden Nutzen mit sich:
Die Erfolgsquote bei den Innovationsabläufen verbessert sich.
Unsicherheiten können reduziert werden.
Grundannahmen, die für den Erfolg von Innovationsinitiativen entscheidend sind, lassen sich validieren.
Es wird eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung zur Ermittlung von Problemen bei der Durchführung der Innovationsabläufe sowie deren Fortschritten, Ergebnissen und Resultaten ermöglicht.
Die erwarteten Fortschritte der Durchführung der Innovationsabläufe werden überwacht, und es kann eine rechtzeitige Anpassung erfolgen, um die Innovationsziele effizient zu erreichen.
Die Anwendung der Norm fördert eine Innovationskultur.
Zusammenhang
Die ISO 56008 ist der Normenreihe ISO 56000 ff. zuzuordnen, die aus den folgenden weiteren Normen besteht:
ISO 56000: Innovationsmanagement – Grundlagen und Begriffe
ISO 56001: Innovationsmanagementsystem – Anforderungen
ISO 56002: Innovationsmanagement – Innovationsmanagementsystem – Leitfaden
ISO 56003: Innovationsmanagement – Werkzeuge und Methoden für Innovationspartnerschaften – Leitfaden
ISO 56004: Innovationsmanagement Assessment – Leitfaden
ISO 56005: Innovationsmanagement – Werkzeuge und Methoden für IP-Management – Leitfaden
ISO 56006: Innovationsmanagement – Werkzeuge und Methoden für das Management strategischer Informationen – Leitfaden
ISO 56007: Innovationsmanagement – Werkzeuge und Methoden für Chancen und Ideen – Leitfaden
ISO 56010: Innovationsmanagement – Erläuternde Beispiele für ISO 56000 (Vornorm, Stand: Mai 2026)
Dieses Tool liefert Ihnen eine Checkliste mit Werkzeugen und Methoden zur Messung von Innovationsabläufen nach ISO 56008.[ 02602_01.docx]
Anwendungsbereich
Die ISO 56008 gibt Empfehlungen zu Messungen, die für ein wirksames Management von Innovationsaktivitäten in einem Unternehmen benötigt werden. Sie beschreibt die Grundlagen der Messung von Innovationsabläufen und kann von folgenden Gruppen angewendet werden:
Unternehmen, die bestrebt sind, einen Ansatz zur Messung von Innovationsabläufen festzulegen und umzusetzen
Unternehmen und interessierte Parteien, die bestrebt sind, Rechenschaftspflicht, Transparenz und evidenzbasierte Beurteilung in ihren Innovationsabläufen zu verbessern
Kunden, Investoren und andere interessierte Parteien, die Vertrauen in die oberste Leitung des Unternehmens für die Innovationsabläufe und dessen Ergebnisse suchen
Anbieter von Schulungen zu Innovationsabläufen und deren Messungen, einschließlich der Beurteilung und Beratung zur Erzielung von Ergebnissen
Fachleute für die Bewertung von Innovationsabläufen und für die Schätzung von Auswirkungen, die die Anwendung einer harmonisierten internationalen Leitfadennorm bevorzugen
Entscheidungsträger und Programmmanager, die Belege für die Fortschritte und die gewünschten Resultate der durch öffentliche Politik und Programme geförderten Innovationsaktivitäten zu erhalten wünschen
Hinweis
Die ISO 56008 weist darauf hin, dass die Norm von allen Arten von Unternehmen und Organisationen angewendet werden kann, unabhängig von der Branche oder ihrer Größe, ob privat, öffentlich, gemeinnützig, staatlich oder gesellschaftlich.

2 Grundlagen zur Messung von Innovationsinitiativen

Grundlegende Aspekte zu Messungen im Blick haben
Gemäß ISO 56008 bilden Messungen die Grundlage für alle evidenzbasierten Entscheidungen und Planungen sowie für Korrekturmaßnahmen, Programmanpassungen, verbesserungsorientierte Lernprozesse und Verhaltensänderungen im Innovationsmanagement. So sollten Unternehmen Folgendes in ihren Innovationsabläufen berücksichtigen:
messbare Aspekte wie die Qualität des Innovationsprozesses sowie die Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den verschiedenen Meilensteinen, die es zu erreichen gilt, um eine Innovationsinitiative voranzubringen,
die Ziele und den Umfang der Innovationsaktivitäten,
Auswirkungen des Führungsverhaltens und der Innovationsstrategie,
die Angemessenheit der Planung und des Messkonzepts,
die Fähigkeit, das Innovationsportfolio zu verwalten, und
die Fähigkeit des Unternehmens, Daten zu erfassen, um alle Erkenntnisse in die für die Wertschöpfung notwendigen Maßnahmen einzubringen.
Rahmenbedingungen zu Messungen berücksichtigen
Messungen von Innovationsabläufen sind gemäß ISO 56008 in Rahmenbedingungen eingebettet. Dazu gehören
der interne und externe Kontext des Unternehmens,
die Führung im Hinblick auf Innovationen im Unternehmen, mit der zugehörigen Vision, Strategie und Planung,
Innovationsvoraussetzungen, die im Unternehmen vorliegen, insbesondere sein Betriebsmanagement und seine Ressourcen, z. B. sein Personal und seine Partner, seine Fähigkeiten, Einrichtungen, Werkzeuge, Software und die Art und Weise, wie diese strukturiert sind,
vom Unternehmen durchgeführte Innovationsabläufe und
der wirtschaftliche, soziale und ökologische Wert, der sich aus den Innovationsbemühungen ergibt.
Indikatoren bestimmen
Aufschluss darüber, ob Innovationsbemühungen erfolgreich sind, geben Innovationsindikatoren, die die Norm in nachlaufende und vorlaufende Indikatoren unterscheidet:
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