07014 Systematische Innovation mit TRIZ
|
Gute Ideen als Erster zu haben, ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg. Dies gilt für den einzelnen Mitarbeiter ebenso, wie für das gesamte Unternehmen. Dabei stellt sich die Frage, warum manche Menschen hochkreativ oder erfinderisch sind und manche gar nicht. Wäre es nicht ein entscheidender Vorsprung, wenn man gezielt und systematisch auf pfiffige Ideen kommen könnte?
Mit dieser Fragestellung befasst sich die Theorie der erfinderischen Problemlösung abgekürzt TRIZ genannt. TRIZ bietet einen Werkzeugkasten praxiserprobter Methoden, um die Kreativität anzuregen und auf neue Ideen zu kommen.
TRIZ führt zu einer Vielzahl zielführender Ideen. Damit muss nicht der erstbeste Lösungsansatz realisiert werden. Vielmehr kann aus einer Vielzahl von Lösungsansätzen der Beste hinsichtlich Umsetzbarkeit, Preis, Risiko, etc. ausgewählt werden.
Abschließend ein nicht ganz unwesentlicher Punkt: Es macht einfach Spaß mit der Methode zu arbeiten und den eigenen Horizont auf spielerische Art und Weise beträchtlich zu erweitern. Arbeitshilfen: von: |
1 Einleitung
Zielsetzung
Mehr als die Hälfte der in den nächsten 10 Jahren verkauften Produkte sind heute noch nicht entwickelt. Denkt man zum Beispiel an die rasanten Fortschritte in der Kommunikationstechnik, dann hätten die wenigsten sich die heutige Realität vor 10 Jahren vorstellen können.
Mehr als die Hälfte der in den nächsten 10 Jahren verkauften Produkte sind heute noch nicht entwickelt. Denkt man zum Beispiel an die rasanten Fortschritte in der Kommunikationstechnik, dann hätten die wenigsten sich die heutige Realität vor 10 Jahren vorstellen können.
Es stellt sich die Frage, warum manche Menschen hochkreativ oder erfinderisch sind und manche gar nicht. Wie entstehen Inventionen? Wäre es nicht ein entscheidender Vorsprung, wenn man gezielt und systematisch auf pfiffige Ideen kommen könnte?
Historie von TRIZ
TRIZ ist die russische Abkürzung kyrillischer Worte, die sich mit „Theorie des erfinderischen Problemlösens” übersetzen lassen. Es ist eine Methode, um systematisch Ideen zu finden und zu innovativen Konzepten zu gelangen.
TRIZ ist die russische Abkürzung kyrillischer Worte, die sich mit „Theorie des erfinderischen Problemlösens” übersetzen lassen. Es ist eine Methode, um systematisch Ideen zu finden und zu innovativen Konzepten zu gelangen.
Thomas Alva Edison beschrieb eine gute Erfindung als das Ergebnis von 99 % Transpiration und 1 % Inspiration. TRIZ liefert nicht die 1 % Inspiration, hilft aber effizient die 99 % Transpiration zu reduzieren.
Die TRIZ-Methode stellt Vorgehensweisen zur Verfügung, mit denen Erfinden systematisch durchgeführt werden kann. Im Gegensatz zu üblichen Lösungsverfahren wie „Trial-and-Error” oder „Brainstorming” nutzt TRIZ empirische Grundgesetze der technologischen Evolution und hält viele Werkzeuge für eine systematische Problemlösung bereit.
Grundlage dieser Theorie stellen die Untersuchungen des Patentexperten Genrich Altschuller dar (siehe Abbildung 1). Er wurde 1926 in Russland geboren. Im Alter von 14 Jahren machte er seine erste Erfindung, die zwei Jahre später patentiert wurde.
Abb. 1: Die Entwicklung von TRIZ
In den 50er-Jahren arbeitete er als Patentassessor bei der russischen Marine und untersuchte eine Vielzahl von Patenten darauf, ob sich Gesetzmäßigkeiten bei der Ideenfindung feststellen lassen. Als Ergebnis dieser Studien entwickelte er allgemeingültige Prinzipien zur innovativen Lösung sich technisch widersprechender Anforderungen. Seit den 50er-Jahren sind über 2,5 Millionen Patente mit dieser Zielsetzung analysiert worden.
In der Tat erkannte Altschuller verblüffende Gesetzmäßigkeiten bei der vergleichenden Durchsicht der Patentschriften. Bei der Analyse der jeweiligen innovativen Lösungen identifizierte er – über verschiedene Technologien hinweg gültige – wiederkehrende Muster des erfinderischen Problemlösens. Es zeigte sich, dass Produktentwickler aus den unterschiedlichsten technologischen Fachbereichen oft dieselben grundlegenden Prinzipien anwenden, um zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen zu gelangen. Diese Erkenntnis bildete die Grundlage für die Entwicklung der Methode TRIZ.
Widersprüche lösen
Altschuller fand heraus, dass gute Ideen und Innovationen nur dann entstehen, wenn Konflikte oder Widersprüche gelöst werden, die vorher als unlösbar galten. Sehen wir uns an einem Beispiel (Abbildung 2) an, was unter Widersprüchen zu verstehen ist.
Abb. 2: Beispiel eines Widerspruchs (Pizzabox)
Altschuller fand heraus, dass gute Ideen und Innovationen nur dann entstehen, wenn Konflikte oder Widersprüche gelöst werden, die vorher als unlösbar galten. Sehen wir uns an einem Beispiel (Abbildung 2) an, was unter Widersprüchen zu verstehen ist.
Das Pizza-Beispiel
Wer von Ihnen schon einmal eine Pizza bei einem Lieferservice bestellt hat, kennt das Problem. Die Pizza wird in einem Pappkarton geliefert. Dieser hat die Funktion, die Pizza beim Transport warm zu halten. Gleichzeitig stellt man fest, dass die Pizza ihre Knusprigkeit beim Transport verliert. Öffnet man den Karton etwas, so bleibt die Pizza zwar knusprig, wird aber kalt. Damit haben wir den Widerspruch, dass der Karton gleichzeitig offen und geschlossen sein soll. Eine typische Lösung wäre es, den Karton mit Löchern zu versehen. Die Größe dieser Löcher wird dann so lange optimiert, bis der beste Kompromiss gefunden wird. Im Zweifelsfall: lauwarm und labbrig.
Wer von Ihnen schon einmal eine Pizza bei einem Lieferservice bestellt hat, kennt das Problem. Die Pizza wird in einem Pappkarton geliefert. Dieser hat die Funktion, die Pizza beim Transport warm zu halten. Gleichzeitig stellt man fest, dass die Pizza ihre Knusprigkeit beim Transport verliert. Öffnet man den Karton etwas, so bleibt die Pizza zwar knusprig, wird aber kalt. Damit haben wir den Widerspruch, dass der Karton gleichzeitig offen und geschlossen sein soll. Eine typische Lösung wäre es, den Karton mit Löchern zu versehen. Die Größe dieser Löcher wird dann so lange optimiert, bis der beste Kompromiss gefunden wird. Im Zweifelsfall: lauwarm und labbrig.
Unter Anwendung von TRIZ gelangt man zu einer anderen Lösung, indem man den Widerspruch auflöst. Diese Lösung ist mittlerweile von der Firma Pizza Hut in den Niederlanden patentiert. Wie das geht, lesen Sie im Kapitel über die 40 Lösungsprinzipien.
Das Beispiel erläutert eines der Elemente von TRIZ, das Finden und Lösen von Widersprüchen. Daneben beinhaltet TRIZ in seiner heutigen Form einen ganzen Werkzeugkasten an Vorgehensweisen zur kreativen Problemlösung.
TRIZ-Werkzeugkiste
TRIZ ist eine lebende Methode, bei der immer wieder Werkzeuge modifiziert werden oder hinzukommen. In diesem Beitrag wird bewusst eine Auswahl von TRIZ-Werkzeugen verwendet, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Vielmehr werden die Werkzeuge vorgestellt, die sich in der langjährigen Praxis des Autors bewährt haben.
TRIZ ist eine lebende Methode, bei der immer wieder Werkzeuge modifiziert werden oder hinzukommen. In diesem Beitrag wird bewusst eine Auswahl von TRIZ-Werkzeugen verwendet, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Vielmehr werden die Werkzeuge vorgestellt, die sich in der langjährigen Praxis des Autors bewährt haben.
Entwicklungstrends: Bestimmung des eigenen Standorts und Entwicklung von Visionen für neue Produkte.
Kreativitätswerkzeuge: Eine Sammlung von Verfahren, um Probleme zu analysieren und Denkblockaden zu überwinden.
Wissensbasis: Bereitstellung einer Datenbank, um Wissen aus allen möglichen Bereichen einfach recherchierbar zur Verfügung zu stellen.
Die 40 Lösungsprinzipien: Hier werden Konflikte und Widersprüche beschrieben und gelöst. Hierzu existieren feste Lösungsansätze. Diese bilden die Grundlage für das Finden eigener Ideen.
Mit diesem Werkzeugkasten lassen sich eine Vielzahl von Problemen effizient lösen und auf elegante Weise Ideen für neue Produkte und Verfahren finden.
2.1 Entwicklungstrends
S-Kurven
Die Entwicklung technischer Systeme folgt gewissen Gesetzmäßigkeiten, die sich in einer sogenannten S-Kurve beschreiben lassen. Die S-Kurve stellt den Reifegrad des Systems über dem Lebenszyklus dar. Man unterscheidet zwischen Jugend, Reife und Alter (Abbildung 3).
Die Entwicklung technischer Systeme folgt gewissen Gesetzmäßigkeiten, die sich in einer sogenannten S-Kurve beschreiben lassen. Die S-Kurve stellt den Reifegrad des Systems über dem Lebenszyklus dar. Man unterscheidet zwischen Jugend, Reife und Alter (Abbildung 3).
