03408 Was der Qualitätsmanager vom Projektmanagement wissen sollte
|
Projektmanagement gehört in vielen Unternehmen bereits zum Alltagsgeschäft und zahlreiche Studien belegen, dass in Zukunft immer mehr Produkte und Dienstleistungen über Projekte abgewickelt werden. In diesem Beitrag möchten die Autoren die wichtigsten Grundgedanken des Projektmanagements vermitteln. Es wird erläutert, wie ein Projekt aufgebaut ist, welche Planungs- und Steuerungselemente existieren und welche Anforderungen ein guter Projektleiter mitbringen muss. Neben einem Praxisbeispiel aus der Industrie werden Erfolgsfaktoren und Erfolgsbarrieren in der Projektabwicklung vorgestellt. Abgerundet wird der Beitrag durch praktische Arbeitshilfen für den täglichen Gebrauch. Arbeitshilfen: von: |
1 Projektmanagement wird immer wichtiger
Die zunehmende Globalisierung der Weltwirtschaft öffnet neue Absatz- und Beschaffungsmärkte, stellt aber auch die Unternehmen, die Produkte ohne Alleinstellungsmerkmale liefern, in einen weltweiten Wettbewerb. Der einzige konstruktive Weg für Hochlohnstandorte wie die Bundesrepublik Deutschland liegt im ständigen Generieren von Alleinstellungsmerkmalen in Form von Innovationen am Produkt oder im Produktionssystem. Insbesondere die deutsche Automobilindustrie festigt ihre Spitzenposition mit dieser Strategie. Organisatorisch stellt sich die Aufgabe, die intellektuelle Leistung vieler Menschen im Unternehmen so zu koordinieren, dass sich Erfolg einstellt. In der betrieblichen Praxis wird diese Aufgabe meist von Projektorganisationen wahrgenommen. Studien belegen, dass ein großer Teil aller Produktprojekte – man spricht von bis zu 80 % – einen Teil der Zielstellung im Hinblick auf Zeit, Kosten oder Qualität verfehlt. Die Ursachen sind vielfältig.
Die rasant fortschreitenden technologischen Veränderungen verursachen einen gewaltigen Druck auf existierende Organisationsformen. Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen Unternehmen immer flexibler und schneller auf die Anforderungen und Rahmenbedingungen des Marktes reagieren. Produktlebenszyklen und somit Entwicklungszeiten werden in manchen Branchen, wie beispielsweise der Automobilbranche, immer kürzer [1]. Da Produkte schneller zu entwickeln und zu testen sind, werden immer größere Teile der Wertschöpfung über Projekte abgewickelt. Produktentwicklungsprojekte richten sich heutzutage jedoch nicht mehr nach der Reife, sondern nach dem Endtermin. Die Folge ist, dass Produktentstehungsprozesse nur noch durch ein professionelles Projektmanagement gesichert werden können.
Nutzen des PM
Den erwarteten Nutzen von Projektmanagement (PM) sehen Unternehmen in einer
Den erwarteten Nutzen von Projektmanagement (PM) sehen Unternehmen in einer
| • | verbesserten Steuerung und Kontrolle von Projekten, |
| • | Erhöhung von Transparenz, |
| • | größeren Effektivität in der Kommunikation [2]. |
Anforderungen steigen
Zusätzlich müssen sich Unternehmen mit einem starken Trend zur Internationalisierung auseinandersetzen, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kulturen und Mentalitäten erhöht. Großprojekte sind gekennzeichnet durch abteilungs- und häufig auch unternehmensübergreifende Vernetzung von Teams an unterschiedlichen Standorten, mit unterschiedlichem Wissen, unterschiedlichen Softwarelösungen und Kulturen. Dabei entsteht eine hohe Zahl voneinander abhängiger Systemelemente. Man spricht dabei von komplexen Systemen. Diese Systemelemente zu integrieren, zu steuern und zu überwachen, zählt zu den Primäraufgaben des Projektmanagements.
Zusätzlich müssen sich Unternehmen mit einem starken Trend zur Internationalisierung auseinandersetzen, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kulturen und Mentalitäten erhöht. Großprojekte sind gekennzeichnet durch abteilungs- und häufig auch unternehmensübergreifende Vernetzung von Teams an unterschiedlichen Standorten, mit unterschiedlichem Wissen, unterschiedlichen Softwarelösungen und Kulturen. Dabei entsteht eine hohe Zahl voneinander abhängiger Systemelemente. Man spricht dabei von komplexen Systemen. Diese Systemelemente zu integrieren, zu steuern und zu überwachen, zählt zu den Primäraufgaben des Projektmanagements.
Die zukünftigen Trends im Projektmanagement:
| • | Zahl an Projekten in Unternehmen steigt |
| • | Rasche technologische Veränderungen beeinflussen die Projektplanung |
| • | Weiche Faktoren (Soft Skills) werden für Projektleiter immer bedeutender |
| • | Globalisierung und Geschwindigkeit führen zu einer vernetzten Projektabwicklung |
2.1 Geschichte
Als Beginn der Entwicklung des modernen Projektmanagements kann das Manhattan Engineering District Project von 1941 angesehen werden. Ziel war die Entwicklung der ersten Atombombe. Hierzu wurde in einer gigantischen Kraftanstrengung in kurzer Zeit ein industrieller Komplex von der Größe der amerikanischen Automobilindustrie installiert. Das Ergebnis ist bekannt. Auch beim Apollo-Projekt der NASA zu Beginn der 60er-Jahre mussten neuartige Organisationsmethoden entwickelt werden, um unter großem Zeitdruck eine hohe Zahl an Aktivitäten zu koordinieren. Über die späteren Erfolge der Projektabwicklung in der Luft-, Raumfahrt- und Baubranche fasste Projektmanagement immer mehr Fuß in der Wirtschaft, sodass heutzutage kaum noch eine Industrie ohne Projektmanagement auskommt.
2.2 Definition
DIN 69901
„Ein Projekt ist ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z. B. Zielvorgabe, zeitliche/finanzielle/personelle Begrenzung, Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben, spezifische Organisation.” [3]
„Ein Projekt ist ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z. B. Zielvorgabe, zeitliche/finanzielle/personelle Begrenzung, Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben, spezifische Organisation.” [3]
PMI
„Projekte sind Mittel zur Organisation von Aktivitäten, die innerhalb der gewöhnlichen Betriebsgrenzen der Organisation nicht durchgeführt werden können.” [4]
„Projekte sind Mittel zur Organisation von Aktivitäten, die innerhalb der gewöhnlichen Betriebsgrenzen der Organisation nicht durchgeführt werden können.” [4]
2.3 Klassifizierung von Projekten
Zu den gängigen Projekttypen zählen:
| • | Forschungs- und Entwicklungsprojekte |
| • | Rationalisierungsprojekte |
| • | Vertriebsprojekte |
| • | Dienstleistungsprojekte |
| • | Projektierungsprojekte (z. B. Bau/Anlagenbau) |
| • | Organisationsprojekte |
Neben dem Projekttyp kann man Projekte auch nach Neuartigkeit und Komplexität unterteilen – siehe Abbildung 1. Projektdauer und Projektgröße bestimmen den Komplexitätsgrad. Ferner unterscheidet man, ob sich Projekte wiederholen (z. B. Dienstleistungsprojekte) oder im Rahmen von Forschung und Entwicklung als Pionierprojekte abgehandelt werden.
Abb. 1: Neuartigkeit und Komplexität als Klassifizierungskriterien
2.4 Das „Magische Dreieck”
Zielgrößen
Das „Magische Dreieck” verkörpert die drei entscheidenden Zielgrößen, die man im Projekt beachten muss, um die Anforderungen der Anspruchsgruppen zu erfüllen. Die Projektzielgrößen Zeit – Kosten – Qualität/Leistung sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig – siehe Abbildung 2.
Das „Magische Dreieck” verkörpert die drei entscheidenden Zielgrößen, die man im Projekt beachten muss, um die Anforderungen der Anspruchsgruppen zu erfüllen. Die Projektzielgrößen Zeit – Kosten – Qualität/Leistung sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig – siehe Abbildung 2.





